Wie schaffen es die spanischen Winzer nur, so oft trinkreife Weine auf den Markt zu bringen? Wo die doch alle (fast) im Holzfass ausgebaut sind. Ein verrücktes Phänomen - uns und viele Spanienliebhaber freut es. Auch in Spanien ist "viel los": da werden stillgelegte Wingerte von Visionären wieder in Betrieb genommen, überall entstehen funkelnagelneue Weingüter,  da lassen sich durchaus auch Menschen aller Herren Länder als Wein-Glücksritter nieder, da versucht man vieles, um sich auf dem Weinmarkt mehr in den Vordergrund zu schieben. Qualitativ ist da nichts auszusetzen, und die meisten Etikettdesigner der Welt haben anscheinend ihren Wohnsitz in Spanien.

Umgeben von der Rioja, den Pyrenäen und dem Baskenland investieren viele Winzer in nahezu futuristische Weingüter - und experimentiern, und zwar durchaus mit Erfolg - mit internationalen Rebsorten. Zum klassischen Tempranillo noch ein wenig Merlot, vielleicht eine Prise Syrah oder Cabernet:  voilà runde, fruchtige Weine, die denen aus den teureren Nachbargebieten qualitativ in nichts nachstehen, aber deutlich günstiger zu haben sind. Unser Navarra gehört exakt in diese Klasse!

Fast schon  mit Blick auf Gibraltar erwartet man hier in der Nähe von Jerez de la Frontera wohl Sherry, aber Vicente Taberner wagte sich an den Anbau von Reben für satte, sanfte Rotweine aus internationalen Sorten -  der klassische spanische Tempranillo kommt nur in Winzportionen in die Cuvées. Viel Frucht, verführerische Nase, Üppigkeit - wer das sucht, ist bei den Weinen von Huerta d'Albala genau richtig.

Nach den beiden Städten benanntes Anbaugebiet im Nordwesten von Valencia - hier wird in großer Höhe hauptsächlich Rotwein angebaut, meistens aus der Traube Bobal. Den haben wir auch von der Bodega Vegalfaro,  ein satter, kraftvoller Wein mit weichen Tanninen.

Spektakuläre Landschaft: am Oberlauf des Riu Segre wandelt sich in der Weinregion zu einer lieblicheren Ansicht. Die Weine sind kräftg, dunkel und  schwer, und bestechen durch Fruchtnoten. Einige sind sehr alterungsfähig, die meisten schon jung prima zu trinken.

Uclès liegt in Zentralspanien - La Mancha- Kastilien heißt die Provinz. Bei der auf modernstem Stand arbeitenden Bodega wird für unseren Wein Tempranillo verarbeitet, der jung trinkbar ist und sich durch ein fruchtiges,  volles Aroma auszeichnet. Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis!

Die Pionierregion unter den spanischen "Newcomern"! Gab es bis vor wenigen Jahrzehnten nur die gute alte Scala Dei und einige wenige kleine Güter, die niemand kannte, hat sich dieses Anbaugebiet zur Top-Region in Katalonien gemausert. Es geht kräftig zur Sache, auch beim Preis. Greifen Sie trotzdem zu, es lohnt sich!

Im Yecla gedeiht vor allem die Monastrellrebe, in Frankreich auch als Mourvèdre bekannt. Während die Vettern aus dem französischen Bandol eher langsam reifend daherkommen, zeigt sich die spanische Variante würzig, fruchtig und unkompliziert. Der Hécula der Bodegas Castano ersäuft förmlich in seinen Parkerpunkten, und das Jahr für Jahr.

Die Edelregion Spaniens, noch vor der Rioja. Von hier - der Region zwischen Burgos und Valladolid - gehören die Weine zu den besten und teuersten Spaniens. Die Weine werden meistens  aus Tempranillo ( hier Tinta del pais genannt ) bereitet. Der "Callejo" ist monumental wie ein Gebirge, lassen Sie sich ruhig ein wenig in der Flasche für den nächsten Tag ( wenn Sie' s schaffen ).

Etwas weiter noch landeinwärts als das Priorat liegt dieses Vorküstengebirge mit seinen beeindruckenden Weinen, die meist von der Garnatxa-Rebe geprägt sind. Vinyes d'en Gabriel produzieren äußerst erfreulichen Wein aus dem Stahltank, die Holzfassvarianten überzeugen mit Tiefgang und Entwicklungspotential.